Dienstag, 14. Dezember 2010

Teil 3

 
 

Wow, jetzt spiele ich einmal bei meinem Lieblingsverein in der Männermannschaft, obwohl ich normalerweis noch in der B-Jugend kicken müsste. Auch wenn es „nur“ ein Trainingspiel ist, war ich mehr als nur aufgeregt. 

Dietmar Demuth: Gut, Jungs, jetzt zeigt was ihr könnt. Besonders du, Henning. 

Ich: Ja, ja, lacht nur, ich werd euch schon zeigen, was Sache ist. 
Jetzt musste selbst ich schmunzeln. 

Jenes Trainingspiel. 


Wie es kommen musste, war ich total überfordert. Ich hatte kaum eine Chance mal den Ball zu erobern. Ich rannte und rannte, aber meistens nur hinterher. 
 
Trainer, ich muss raus, ich kann echt nicht mehr! 

Immerhin starke 9 Minuten durchgehalten. 


Und wieder feierten die restlichen Spieler. 

Na gut, Rainer (Müller). Du spielst jetzt in der Innenverteidigung für Henning. 
Endlich Pause, das ist gerade mal ihr dritter Trainingstag und sie sind trotzdem viel zu stark für mich. Wie soll es erst werden, wenn sie nachdem Urlaub erst mal richtig Fit sind. Ich glaub das ist mein erstes und letztes Training mit den Profis, weil diese Belastung und diese körperliche Überlegenheit macht mir jetzt schon zu schaffen. Wer weiß wie lange ich das bloß durchstehen würde. Naja, warum mach ich mir jetzt darüber Gedanken? Ich sollte lieber diese Momente bei der 1. Mannschaft meines Heimatclubes genießen. 

Und schon erholt? 

Ja, schon ein bisschen, würde aber gern noch ein paar Minuten Verschnaufpause haben, wenn es ok ist. 

Ach, kein Problem. Hast wohl die Spieler ein wenig unterschätzt? 

Ein wenig? Besser ist ganz schön. Ist doch erst ihre 3 Trainingsseinheit, von daher dachte ich, dass sie noch gar nicht so spritzig sind. 

Konnte ich mir schon denken, nicht ohne Grund gibt ein Trainer den Spielern einen Trainingsplan für den Urlaub mit. 

Ach, das machen sie wirklich? 

Ja, klar, man will ja so zusagen nicht wieder bei null anfangen, was die Fitness und die anderen Sachen angeht. 

Ja, stimmt schon, außerdem würde die Vorbereitung ja auch nicht ausreichen. 

So sieht es aus. 

Gut, wenn sie wollen kann ich wieder rein. 

In Ordnung. Clemens (Lange) komm runter, für dich spielt jetzt Henning im Sturm. 
Ich traute meinen Ohren nicht, hat grad Herr Demuth wirklich gemeint, dass ich jetzt im Sturm neben Daniel Frahn spielen darf? 
Gib dein Bestes, Junge. 

Das werde ich. 

Und wie ich es tat, ich spielte viel sicherer neben Daniel, verlor nicht mehr so schnell den Ball, meine Bälle kamen an und das alles zur Verwunderung der anderen und meiner Wenigkeit. Dann kurz vor Schluss schaffte ich, dass für mich selbst unmögliche. Flanke von links von Julian (Prochnow), ich stieg hoch und köpfte den Ball ins Tor, obwohl ich bei meiner Größe gar nicht mal so Kopfballstark war. 

Der Sprung zum Kopfballtor. 

Am liebsten wollte ich richtig Jubeln, aber um nicht wieder peinlich aufzufallen, machte ich einfach eine kleine Siegerfaust und das wars. 

In Ordnung Jungs, das reicht für heute. Morgen ist Trainingsfrei und dann geht es übermorgen nach Antalya ins Trainingslager für 10 Tage, alles Weitere werde ich euch dann vor Ort bekannt geben, also vergesst nicht alles Nötige einzupacken, bis auf die Frauen. Wir treffen uns dann um 7 Uhr morgens am Stern-Center, von dort geht es dann zum Flughafen Berlin-Schönefeld mit dem Bus. 
 
Zielbeschreibeung: Vom Stern-Center zum Flughaben Berlin-Schönefeld 

Dann bis morgen. Ach Henning, bevor du dich umziehen gehst, würde ich noch mal gern mit dir sprechen. 
Was er jetzt bloß von mir will? 

OK, Coach. 

Und wie hat es dir heute gefallen? 

Es war richtig toll, mit meinen Lieblingsspielern zuspielen. 

Würdest du gern im Team weiterhin bleiben und spielen wollen? 
Nee, bitte nicht, mehr als Heute kann ich nicht leisten! 

Ich glaube nicht das es so viel bringt, da man gesehen hat, dass ich mit dem Tempo nicht so klar komme und außerdem sind meiner Meinung nach genug Spieler im Kader, die auch besser sind, als ich. Aber für den heutigen Tag möchte ich mich vom tiefsten Herzen bedanken, von sowas hab, ich die ganze Zeit in meinem Leben, nur geträumt. 

Freut mich dass es dir gefallen hat, was wär wenn du generell beim Team bleiben würdest, ohne zu spielen. Damit meine ich, dass du sie mit betreust, wie ein Co-Trainer? 
Was soll ich? 


Wenn es gehen würde, wär das wirklich toll, aber die Sache ist ob es halt geht! 

Was denkst du woran es scheitern könnte? 

Ich weiß nicht, irgendwie geht das alles so schnell, gestern Morgen noch der Praktikant, der alles sauber machen soll und heute schon ein komplettes Training mit der Profimannschaft. 

Hast natürlich nicht ganz unrecht, aber wenn du dich jetzt Entscheiden müsstest, was wäre dann deine Wahl? 

Ganz klar, hier beim Team bleiben, alle sind so nett und lustig drauf,... 

... da gibt es, aber auch andere Zeiten. 

Ist mir schon klar, aber generell find ich das alles hier unglaublich. 

Das hört sich doch sehr gut an. Würdest du denn dann gerne mit ins Trainingslager kommen wollen? 

Sehr sogar, nur bin ich ziemlich arm bei Kasse, ... 

... der Flug geht dann natürlich auf das Vereinskonto. 

Na das klingt doch sehr verlockend. 

Also? 
Na, logo! 

Ich denke ja. Aber dann mal eine andere Frage, aber was ist eigentlich mit den ganzen anderen Betreuern? 
 
Leider kamen Angebote von anderen Vereinen, die sie als Profitrainer wollten. Und da konnten sie nicht nein sagen. 

Und gab es kein Ersatz? 

So schnell bekommst du keinen. 

Und wie sind sie dann zu mir gekommen? 

Wie du gearbeitet hast, so mit vollem Elan, da kam mir die Idee das du wahrscheinlich den Verein sehr gern hast.
Welchen denn sonst? 

Wobei sie ja dann auch recht hatten. 

Genau und ein Versuch schadet ja nie. 
Wo er Recht hat, hat er Recht! 

Na, dann, muss ihn heute noch mal dankend. 

Eher wir müssen uns bedanken, da du ja jetzt zum Team mit gehörst. 

Für den Verein tut man doch alles, obwohl mir gerade noch ein Problem auffällt, was ist wenn mich die Mannschaft nicht akzeptiert, ich bin ja hier weitaus der jüngste und wenn ich dann ihnen möglicherweise mal Anweisung geben sollte, weiß ich nicht ob sie es dann auch wirklich machen. 

Wenn du die beiden Tage gesehen hast, sollte dein „Problem“ nicht auftreten. 

Hoffen wir es. 

Das würd schon klappen und jetzt geh dich umziehen. 

Ok, Coach. 

Nenn mich einfach Dietmar. 
Daran muss ich mich noch gewöhnen. 

Ok, Dietmar. Eine letzte Frage hätte ich dann doch noch an dich? 
Und zwar? 

Woher wussten sie bei unserem ersten Treffen meinen Namen? 

Es spricht sich doch im Verein herum, wenn jemand so hart arbeitet. 

Gut möglich. 

Bei dieser Aussage mussten „Dietmar“ und ich anfangen zu lachen. 

Ok, dann mach ich mich auf zur Spielerkabine. Also dann bis morgen, Dietmar. 

Mit einem Augenzwinkern ging ich von Herrn Demuth in Richtung Kabine. Wenn ich mir so recht überlege was in zwei Tagen passieren kann, bin ich total gespannt was noch alles geschehen wird. Sozusagen von ganz unten bis fast nach oben, ob das so gut ist? Wir werden es sehen!

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